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Biologische Zahnmedizin: Wie Zähne & Immunsystem zusammenhängen – Mit Dr. Fabian Schick

2 Ärzte über Longevity & Biohacking

58 Min.Folge 143
Cover der Episode „Biologische Zahnmedizin: Wie Zähne & Immunsystem zusammenhängen – Mit Dr. Fabian Schick"

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Die Folge in Kürze

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Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus dem Transkript von Folge 143 per KI erstellt. Sie kann daher Fehler oder Unvollständigkeiten enthalten und ersetzt keine medizinische Beratung.

In dieser Folge von Beyond Lifespan sprechen Mario und Max mit dem biologischen Zahnarzt Fabian Schick über die Zusammenhänge von Mundgesundheit und dem restlichen Körper. Es wird diskutiert, wie sich die biologische von der klassischen Zahnmedizin unterscheidet, angefangen bei der Diagnostik über die Behandlung bis hin zur Nachsorge. Dabei werden kontroverse Themen wie Fluorid, Amalgamfüllungen, Wurzelbehandlungen und die Heilung nach Weisheitszahn-OPs aus einer ganzheitlichen Perspektive beleuchtet.

Key Takeaways

  • 01Die biologische Zahnmedizin betrachtet den Mundraum nicht isoliert, sondern als integralen Bestandteil des Körpers, der die systemische Gesundheit und das Immunsystem maßgeblich beeinflusst.
  • 02Eine umfassende Diagnostik, die über Röntgenbilder hinausgeht und z.B. Ultraschall, Blut- und Speichelanalysen einbezieht, ist entscheidend, um die immunologische Lage des Patienten zu verstehen.
  • 03Chronische, unbemerkte Entzündungsherde im Kiefer, z.B. durch schlecht verheilte Wunden nach Weisheitszahn-OPs oder wurzelbehandelte Zähne, können das Immunsystem dauerhaft belasten und zu systemischen Erkrankungen beitragen.
  • 04Die Wahl der Materialien ist entscheidend: Biokompatible, metallfreie Werkstoffe wie Keramik für Implantate und Füllungen verringern das Risiko immunologischer Reaktionen und fördern eine gesunde Gewebereaktion.
  • 05Der Lebensstil, insbesondere die Ernährung (Zuckerreduktion) und der pH-Wert im Mund, hat einen größeren Einfluss auf die Kariesprävention als die alleinige Verwendung von Fluorid.
  • 06Eine gute Mundhygiene umfasst mehr als nur Zähneputzen. Techniken wie Ölziehen mit Kokosöl und die Verwendung eines Zungenschabers können das orale Mikrobiom unterstützen und die Bakterienlast reduzieren.
  • 07Eine gute Vor- und Nachbereitung von zahnärztlichen Eingriffen, z.B. durch Nährstoffsupplementierung (Vitamin D, C, Zink) und unterstützende Therapien, ist für eine optimale Wundheilung essenziell.

Im Detail

Fabian Schick erklärt, dass die biologische Zahnmedizin einen integrativen Ansatz verfolgt. Im Gegensatz zur klassischen Zahnmedizin wird der Mund nicht isoliert betrachtet, sondern als potenzieller Entzündungsherd, der den gesamten Organismus beeinflussen kann. Die Diagnostik ist weitaus umfangreicher und umfasst neben der visuellen Kontrolle auch Blut- und Speichelanalysen sowie strahlungsfreie Ultraschalluntersuchungen der Knochendichte, um die immunologische Situation des Patienten zu erfassen.

Die Diskussion um Fluorid wird als überemotionalisiert beschrieben. Schick betont, dass der Lebensstil und die Ernährung (insbesondere der Zuckerkonsum) einen weitaus größeren Hebel zur Kariesprävention darstellen als die Zahnpasta. Obwohl die säureresistent machende Wirkung von Fluorid unbestritten ist, wird aufgrund potenzieller neurotoxischer Effekte bei Akkumulation in seiner Praxis auf die bioverträgliche Alternative Hydroxylapatit gesetzt. Dieser Stoff, aus dem der Zahnschmelz natürlich besteht, fördert ebenfalls die Remineralisierung.

Amalgamfüllungen bestehen zu 50% aus Quecksilber und können, wie auch andere Metalle im Mund (z.B. Goldlegierungen, Titan), Ionen in den Speichel abgeben. Dies kann zu einer Schwermetallbelastung und immunologischen Reaktionen führen. Schick empfiehlt, Metalle nach entsprechender Diagnostik (z.B. Speichelanalyse) zu entfernen und durch verträglichere Alternativen wie Keramik zu ersetzen, wobei auch Kunststoffe als nicht gänzlich unproblematisch gelten.

Nach Zahnentfernungen, insbesondere von Weisheitszähnen, können schlecht verheilte Areale im Kieferknochen zurückbleiben (FDOK). Diese chronischen, oft schmerzlosen Entzündungsherde sind im normalen Röntgenbild meist unsichtbar, können aber das Immunsystem dauerhaft belasten. Eine Kombination aus 3D-Röntgen, Ultraschall und spezifischen Blutwerten (z.B. RANTES) dient der Diagnostik. Als Beispiel wird eine Patientin genannt, deren schwere Neurodermitis nach der Sanierung solcher Herde abheilte.

Ein wurzelbehandelter Zahn ist ein toter Zahn, aus dem der Nerv und die Blutversorgung entfernt wurden. Er kann nie vollständig bakterienfrei gemacht werden. Die verbleibenden Bakterien und ihre Toxine können nicht mehr vom Immunsystem im Zahninneren bekämpft werden und stellen eine ständige immunologische Belastung dar. Schick empfiehlt, solche Zähne mittels 3D-Röntgen genauer zu untersuchen, um verborgene Entzündungen zu erkennen.

Anstelle von Titanimplantaten werden in der biologischen Zahnmedizin Keramikimplantate bevorzugt. Keramik ist extrem gewebefreundlich und ermöglicht es dem Zahnfleisch, eine dichte Barriere (Immunological Firewall) zu bilden, die das Eindringen von Bakterien in den Körper verhindert. Dies führt nicht nur zu besseren biologischen Ergebnissen, sondern auch zu einer überlegenen Ästhetik, da keine dunklen Metallränder durch das Zahnfleisch schimmern können.

Was du konkret tun kannst

  • Reduziere Zuckerkonsum und die Frequenz zucker- und säurehaltiger Mahlzeiten und Getränke, um den pH-Wert im Mund stabil zu halten und Karies vorzubeugen.
  • Integriere Ölziehen in deine Morgenroutine: Nimm einen Löffel hochwertiges Kokosöl für 3-5 Minuten in den Mund und spucke es anschließend aus, um das orale Mikrobiom zu unterstützen.
  • Verwende morgens einen Zungenschaber (z.B. aus Kupfer), um die bakterielle Last auf der Zunge zu reduzieren und die Mundgesundheit zu verbessern.
  • Ziehe bei Zahnpasta eine Alternative zu Fluorid wie Hydroxylapatit in Betracht, um potenzielle Risiken zu meiden und dennoch die Zähne zu remineralisieren.
  • Lasse bei unklaren Beschwerden oder zur Optimierung deiner Gesundheit deinen Mund auf stille Entzündungsherde untersuchen, insbesondere bei wurzelbehandelten Zähnen oder nach Weisheitszahn-OPs, idealerweise mittels 3D-Röntgen und Ultraschall.

Erwähnt in dieser Folge

Fabian Schick
Spezialist für biologische Zahnmedizin und Keramikimplantate in München, Gast der Folge.
Hydroxylapatit
Bioverträgliche Alternative zu Fluorid in Zahnpasta; ist der natürliche Baustein des Zahnschmelzes.
Amalgam
Älteres Füllmaterial, das zu 50% aus Quecksilber besteht und als gesundheitlich bedenklich gilt.
Keramikimplantate
Metallfreie, biokompatible Alternative zu Titanimplantaten mit ästhetischen und biologischen Vorteilen.
FDOK / NICO
Begriffe für chronisch entzündete und schlecht verheilte Bereiche im Kieferknochen, oft nach Zahnentfernungen.
Ölziehen
Praktik zur Unterstützung des oralen Mikrobioms, bei der Öl (z.B. Kokosöl) im Mund bewegt wird.
RANTES
Ein Entzündungszytokin, das in erhöhter Konzentration ein Hinweis auf chronische Entzündungsherde im Kiefer sein kann.
Zungenschaber
Hilfsmittel zur mechanischen Entfernung von Bakterienbelägen auf der Zunge.

Worum es in dieser Folge geht

In der klassischen Zahnmedizin beschränkt sich der Kontrolltermin meist auf das reine Suchen nach Karies. Dabei wird häufig außer Acht gelassen, dass alte Amalgamfüllungen, wurzelbehandelte Zähne oder stumme Entzündungsareale nach Weisheitszahn-Operationen als chronische Stressoren auf den gesamten Körper wirken und sogenannte Inflammaging-Prozesse befeuern können.

In dieser Folge analysieren Mario und Max gemeinsam mit dem biologischen Zahnarzt Dr. Fabian Schick die Wechselwirkungen zwischen Mund- und Systemgesundheit. Sie beleuchten die wissenschaftliche Debatte um Fluorid, stellen die bioverträgliche Alternative Hydroxylapatit vor und erklären, warum aggressive Mundspülungen das orale Mikrobiom nachhaltig schädigen. Zudem erörtern sie den Korrosionseffekt von Schwermetallen im Speichel, die Ausschüttung des Entzündungszytokins RANTES in immunologisch belasteten Kieferarealen sowie die biologischen Vorteile von metallfreien Tissue-Level-Keramikimplantaten als gewebefreundliche Schutzbarriere.

Biohack: Nach dem morgendlichen Zähneputzen für drei bis vier Minuten einen Löffel naturbelassenes Kokosöl im Mund bewegen (Ölziehen) und im Mülleimer entsorgen, um die bakterielle Last sanft zu reduzieren, den pH-Wert zu neutralisieren und das orale Mikrobiom ohne aggressive Chemie in Balance zu halten.

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