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Krank-, Schlüssel- & Gesundmachwerte: Wie Laborwerte wirklich gelesen werden - mit Dr. Helena Orfanos-Boeckel

Warum viele Menschen einen „normalen Mangel“ haben – und was dagegen hilft

85 Min.Folge 91
Cover der Episode „Krank-, Schlüssel- & Gesundmachwerte: Wie Laborwerte wirklich gelesen werden - mit Dr. Helena Orfanos-Boeckel"

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Die Folge in Kürze

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Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus dem Transkript von Folge 91 per KI erstellt. Sie kann daher Fehler oder Unvollständigkeiten enthalten und ersetzt keine medizinische Beratung.

In dieser Folge spricht Mario mit der Internistin und Nephrologin Helena Orfanos-Boeckel über ihren Ansatz der Ultraprävention. Sie erklärt, wie eine detaillierte Analyse von Blutwerten helfen kann, altersbedingten Krankheiten wie Osteoporose oder Arteriosklerose vorzubeugen, bevor sie überhaupt entstehen. Orfanos-Boeckel stellt ihr Konzept der Krank-, Schlüssel- und Gesundmachwerte vor und erläutert, warum ein differenziertes Verständnis von Laborwerten entscheidend für die Gesunderhaltung ist und wie Nährstoff- und Hormontherapien dabei eine zentrale Rolle spielen.

Key Takeaways

  • 01Orfanos-Boeckel entwickelte aus ihrer Erfahrung in der Nephrologie und Transplantationsmedizin den Ansatz der Ultraprävention, um Krankheiten zu verhindern, bevor strukturelle Schäden entstehen.
  • 02Sie kritisiert den "therapeutischen Gap": Viele Menschen befinden sich in einem Zustand, in dem zwar noch keine manifeste Erkrankung vorliegt, aber bereits biochemische Prozesse in die falsche Richtung laufen, ohne dass leitliniengerecht interveniert wird.
  • 03Das Konzept der Krank-, Schlüssel- und Gesundmachwerte ermöglicht eine differenzierte Interpretation von Blutwerten. Krankwerte sollten niedrig sein, Schlüsselwerte in einem engen Optimalbereich und Gesundmachwerte an der oberen Norm oder sogar darüber.
  • 04Viele "normale" Mangelzustände (z.B. bei Vitamin B12, DHEA, Progesteron) sind weit verbreitet, werden aber oft nicht als behandlungsbedürftig angesehen, obwohl eine Substitution die Gesundheit deutlich verbessern könnte.
  • 05Die Angst vor Hormontherapien oder der Einnahme von Nährstoffen ist oft unbegründet und basiert auf Missverständnissen und einer falschen Übertragung von Risiken körperfremder Medikamente auf körpereigene Substanzen.
  • 06Ein individueller "Reality-Check" durch Labordiagnostik ist entscheidend, um den eigenen Gesundheitszustand objektiv zu beurteilen und präventive Maßnahmen gezielt einleiten zu können, anstatt sich nur auf das subjektive Wohlbefinden zu verlassen.
  • 07Orfanos-Boeckel plädiert dafür, dass medizinisches Wissen über Prävention und Laborwerte breiter zugänglich gemacht wird, damit Patienten informierte Entscheidungen treffen und Ärzte zum Umdenken angeregt werden.

Im Detail

Helena Orfanos-Boeckel schildert ihren Werdegang von der universitären Nephrologie zur präventiven Nährstoff- und Hormonmedizin. Inspiriert durch die engmaschige Betreuung von Nierentransplantierten, bei der kleinste Veränderungen im Blut sofort zu einer Therapie führten, übertrug sie diesen Ansatz auf die Prävention bei gesunden Menschen. Sie erkannte, dass viele Alterungsprozesse und beginnende Erkrankungen bereits Jahrzehnte früher im Blut sichtbar sind und durch gezielte Interventionen aufgehalten oder verlangsamt werden können.

Zwischen dem Zustand des "Gesundseins" und einer manifesten, behandlungsbedürftigen Krankheit liegt ein "therapeutischer Gap". In dieser Phase sind zwar Laborwerte schon nicht mehr optimal, aber nach gängigen Leitlinien besteht noch kein Handlungsbedarf. Orfanos-Boeckel kritisiert, dass hier wertvolle Zeit für die Prävention verloren geht. Anhand von Beispielen wie einer beginnenden Osteopenie (Vorstufe der Osteoporose) zeigt sie auf, wie frühzeitige Nährstoff- und Hormongaben den Prozess aufhalten könnten.

Zur besseren Interpretation von Laborwerten führt Orfanos-Boeckel eine Dreiteilung ein: 1. **Krankwerte** (z.B. LDL-Cholesterin, HBA1c) sollten möglichst niedrig sein. 2. **Schlüsselwerte** (z.B. Natrium, Kalium, T3) müssen in einem sehr engen Bereich stabil gehalten werden, da Abweichungen in beide Richtungen gefährlich sein können. 3. **Gesundmachwerte** (z.B. Vitamin D, B12, Selen, DHEA) dürfen und sollen oft an der oberen Norm oder sogar darüber liegen, um ihre schützenden und gesundheitsfördernden Funktionen optimal zu entfalten.

Viele Menschen, insbesondere mit zunehmendem Alter, leiden an einem Mangel an "Gesundmachwerten" wie Vitamin D, B-Vitaminen oder Hormonen wie Progesteron und DHEA. Diese Mängel sind statistisch "normal", aber nicht optimal für die Gesundheit. Orfanos-Boeckel kritisiert die weit verbreitete Angst vor der Substitution körpereigener Substanzen, die oft auf der fälschlichen Annahme beruht, sie hätten die gleichen Risiken wie körperfremde Medikamente. Sie plädiert für eine kontrollierte, laborbasierte Substitution, um diese Defizite auszugleichen.

Für eine effektive Prävention ist es wichtig, die eigene biochemische Ausgangslage durch gezielte Laboruntersuchungen zu kennen. Dazu gehören je nach Alter und Geschlecht eine Handvoll zentraler Werte, um genetische Risiken (z.B. Lipoprotein(a)) und beginnende Fehlentwicklungen (z.B. Insulinresistenz) frühzeitig zu erkennen. Orfanos-Boeckel betont die Wichtigkeit der Eigenverantwortung und ermutigt Zuhörer, mit dem erlangten Wissen ihre Ärzte aufzusuchen und aktiv ihre Gesundheit mitzugestalten, anstatt auf die Entwicklung von Krankheiten zu warten.

Was du konkret tun kannst

  • Überprüfe anhand Deiner vorhandenen Laborwerte, wo Du im Spektrum der Krank-, Schlüssel- und Gesundmachwerte stehst. Werte, die als "unauffällig" gelten, könnten aus präventiver Sicht bereits suboptimal sein.
  • Bestimme mindestens einmal im Leben Deinen Lipoprotein(a)-Wert, um ein wichtiges genetisches Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu kennen.
  • Lass Deinen Vitamin-D-Spiegel messen und sorge für einen optimalen Wert im oberen Normbereich, anstatt Dich nur an Mindestempfehlungen zu orientieren.
  • Sprich mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin proaktiv über Präventionsmöglichkeiten, auch wenn noch keine Krankheit diagnostiziert wurde, insbesondere bei Themen wie Knochendichte und Hormonstatus in den Wechseljahren.

Erwähnt in dieser Folge

Krankwerte
Laborwerte, die mit zunehmendem Alter und Krankheit ansteigen und daher möglichst niedrig sein sollten (z.B. LDL-Cholesterin, HbA1c, CRP).
Schlüsselwerte
Laborwerte, die vom Körper in einem sehr engen Bereich reguliert werden, da Abweichungen nach oben oder unten gefährlich sein können (z.B. Blutdruck, Kalium, T3).
Gesundmachwerte
Nährstoffe und Hormone, von denen ein hoher Spiegel (oft am oberen Rand der Norm oder darüber) gesundheitsförderlich ist (z.B. Vitamin D, B12, Selen, DHEA, Progesteron).
Ultraprävention
Ein von Orfanos-Boeckel geprägter Begriff für Präventionsmaßnahmen, die ansetzen, bevor strukturelle Veränderungen oder Krankheiten wie Arteriosklerose oder Osteoporose überhaupt entstehen.
Lipoprotein(a) / Lp(a)
Ein genetisch bedingter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der einmal im Leben bestimmt werden sollte.
Osteopenie
Eine Vorstufe der Osteoporose (Knochenschwund), die laut Orfanos-Boeckel im "therapeutischen Gap" liegt und oft unbehandelt bleibt.
Hormonersatztherapie (HET)
Wird im Podcast diskutiert als präventive Maßnahme zum Schutz von Knochen und Gefäßen, nicht nur zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden.

Worum es in dieser Folge geht

In dieser Folge ist Dr. Helena Orfanos-Boeckel zu Gast – Nephrologin und eine der bekanntesten Stimmen für moderne Präventivmedizin im deutschsprachigen Raum. Ausgehend von ihrem neuen Buch „ Nährstoff- & Hormontherapie – Der Präventions-Leitfaden “ sprechen wir darüber, wie Ultraprävention funktioniert und warum Laborwerte oft völlig falsch interpretiert werden.

Dr. Orfanos-Boeckel erklärt ihr zentrales Konzept aus Krank-, Schlüssel- und Gesundmachwerten : Werte, die mit Alter und Krankheit steigen, Werte, die nur in einem engen Korridor sicher funktionieren, und Nährstoffe bzw. Hormone, die erst „oben im Normbereich“ wirklich gesund machen. Dabei wird schnell klar, warum Referenzbereiche zwar „normal“, aber nicht automatisch optimal sind und weshalb viele Menschen einen „normalen Mangel“ haben – vor allem bei Vitamin D, B12, Selen oder Omega-3.

Wir sprechen darüber, welche Rolle die Hormonersatztherapie mit Estradiol und Progesteron für Knochen, Gefäße und Lebensqualität in den Wechseljahren spielt und ob man auch mit 60+ noch sinnvoll hormonell unterstützen kann.

Erwähnte Links und Quellen

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