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Selen: Warum ein Mangel so häufig ist und worauf du bei der Einnahme achten solltest

Wie du einen möglichen Selenmangel erkennst, welche Marker wirklich sinnvoll sind und warum bei Dosierung und Form Vorsicht wichtiger ist als blinde Supplementierung.

47 Min.Folge 111
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Die Folge in Kürze

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Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus dem Transkript von Folge 111 per KI erstellt. Sie kann daher Fehler oder Unvollständigkeiten enthalten und ersetzt keine medizinische Beratung.

In dieser Folge sprechen Mario und Max über die Bedeutung des Spurenelements Selen. Sie erklären, warum Selenmangel in Mitteleuropa, insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz, aufgrund selenarmer Böden weit verbreitet ist. Es wird diskutiert, welche Funktionen Selen im Körper erfüllt, wie man einen Mangel diagnostiziert und welche Möglichkeiten es zur Optimierung des Selenspiegels durch Ernährung und Supplementierung gibt, wobei auch auf Risiken und richtige Dosierung eingegangen wird.

Key Takeaways

  • 01Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das für viele Körperfunktionen wichtig ist, unter anderem für die Schilddrüse, das Immunsystem und die antioxidative Abwehr.
  • 02In Mitteleuropa (besonders DE, AT, CH) sind die Böden sehr selenarm, was zu einer weit verbreiteten, unzureichenden Versorgung in der Bevölkerung führt.
  • 03Ein Selenmangel kann zu Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, einer Schwächung des Immunsystems und Schilddrüsenfunktionsstörungen wie Hashimoto führen.
  • 04Zur Diagnostik eines Selenmangels ist die Messung im Vollblut (Langzeitmarker) aussagekräftiger als im Serum (Kurzzeitmarker). Optimale Werte liegen über 110-120 µg/l.
  • 05Paranüsse sind zwar reich an Selen, ihr Gehalt schwankt jedoch stark und sie können radioaktiv belastet sein, was sie zu einer unzuverlässigen Quelle macht.
  • 06Bei der Supplementierung gibt es verschiedene Formen wie Selenmethionin (organisch, hohes Akkumulationsrisiko) und Natriumselenit (anorganisch, kein Akkumulationsrisiko, aber geringere Bioverfügbarkeit).
  • 07Eine Überdosierung von Selen (Selenose) ist toxisch und kann zu Symptomen wie Übelkeit, Haarausfall und einem charakteristischen Knoblauchatem führen. Die sichere Höchstgrenze liegt bei 255 µg pro Tag.
  • 08Die Einnahme von Natriumselenit sollte zeitlich versetzt zu hochdosiertem Vitamin C erfolgen, da Vitamin C die Aufnahme von Selen hemmen kann.

Im Detail

Mario und Max erläutern, dass die Böden in Mitteleuropa, insbesondere im deutschsprachigen Raum, durch eiszeitliche Gletscherauswaschungen sehr selenarm sind. Dies führt dazu, dass pflanzliche Nahrungsmittel wenig Selen enthalten und ein Mangel in der Bevölkerung weit verbreitet ist. Der Klimawandel könnte dieses Problem durch veränderte Niederschlagsmuster noch verschärfen. Die durchschnittliche Zufuhr liegt oft unter der von der DGE empfohlenen Menge von 60-70 µg pro Tag.

Selen ist ein zentraler Baustein für viele Prozesse im Körper. Es spielt eine entscheidende Rolle für das antioxidative Schutzsystem (Glutathion-System) und hilft bei der Entgiftung von Schwermetallen wie Quecksilber. Für die Schilddrüse ist es unerlässlich, da es die Umwandlung des inaktiven Hormons T4 in das aktive Hormon T3 ermöglicht. Zudem ist Selen wichtig für die Funktion des Immunsystems, insbesondere der T-Zellen, und für die männliche Fruchtbarkeit (Spermienproduktion).

Der Selenstatus kann im Blut gemessen werden. Die Bestimmung im Serum oder Plasma gibt Aufschluss über die kurzfristige Zufuhr, während der Wert im Vollblut als Langzeitmarker dient, da er die Versorgung über die letzten ca. 120 Tage widerspiegelt. Die Messung im Vollblut ist daher aussagekräftiger. Als optimal gelten Werte über 110-120 µg/l, während der Durchschnitt in Deutschland oft nur bei ca. 80 µg/l liegt. Ein weiterer Marker ist das Selenoprotein P, das die funktionelle Sättigung anzeigt.

Ein Selenmangel äußert sich oft durch unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Muskelschwäche und erhöhte Infektanfälligkeit. Da Selen für die Schilddrüsenfunktion essenziell ist, kann ein Mangel zu einer Unterfunktion oder zur Verschlechterung einer Hashimoto-Thyreoiditis führen. In extrem seltenen Fällen kann ein schwerer Mangel zu ernsthaften Erkrankungen wie der Keshan-Krankheit (Herzmuskelschädigung) führen.

Tierische Produkte sind oft eine bessere Selenquelle als pflanzliche, da dem Tierfutter in der EU Selen zugesetzt wird. Paranüsse sind zwar bekannt für ihren hohen Selengehalt, dieser schwankt aber extrem (2 bis 500 µg pro Nuss) und sie können radioaktiv belastet sein. Bei einer Supplementierung ist Natriumselenit eine gängige Form, die sich nicht im Körper anreichert, im Gegensatz zu organischem Selenmethionin. Die Einnahme von Natriumselenit sollte mit Abstand zu hochdosiertem Vitamin C erfolgen.

Selen ist in hohen Dosen toxisch. Eine chronische Überdosierung (Selenose) kann zu Symptomen wie Haarausfall, brüchigen Nägeln, Müdigkeit und Magen-Darm-Beschwerden führen. Ein charakteristisches Zeichen für eine akute Überdosierung ist ein knoblauchartiger Atem. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat eine sichere tägliche Obergrenze von 255 µg für Erwachsene festgelegt. Daher ist eine unkontrollierte, hochdosierte Einnahme ohne Messung des eigenen Spiegels nicht zu empfehlen.

Was du konkret tun kannst

  • Bei Symptomen wie chronischer Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder bekannten Schilddrüsenproblemen sollte der Selenspiegel ärztlich überprüft werden.
  • Für eine aussagekräftige Messung sollte der Selenwert im Vollblut bestimmt werden, da dieser ein Langzeitmarker für die Versorgung ist.
  • Bei einem diagnostizierten Mangel kann eine Supplementierung, z.B. mit 100-200 µg Natriumselenit, sinnvoll sein. Die Dosis sollte jedoch nach einigen Monaten erneut überprüft und angepasst werden.
  • Bei der Einnahme von Natriumselenit sollte ein zeitlicher Abstand von mehreren Stunden zu hochdosiertem Vitamin C eingehalten werden, um die Aufnahme nicht zu beeinträchtigen.
  • Eine Dauersupplementation oder die Einnahme von Dosen über 100 µg sollte nicht ohne vorherige und regelmäßige Blutwertkontrollen erfolgen, um das Risiko einer toxischen Überdosierung zu vermeiden.

Erwähnt in dieser Folge

Selenoprotein P
Ein Transportprotein für Selen und ein sensitiver Marker für die funktionelle Selenversorgung im Körper.
Natriumselenit
Eine anorganische Selenform, die häufig in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird. Sie hat eine geringere Bioverfügbarkeit als organische Formen, birgt aber kein Risiko der Anreicherung im Körper.
Selenmethionin
Eine organische Selenform mit sehr hoher Bioverfügbarkeit. Sie kann jedoch im Körpergewebe gespeichert werden, was bei dauerhaft hoher Zufuhr zu einer Überdosierung führen kann.
Keshan-Krankheit
Eine seltene, durch extremen Selenmangel verursachte Herzerkrankung, die zu einer Schädigung des Herzmuskels führt.
Paranüsse
Eine bekannte Selenquelle, deren Selengehalt jedoch extrem stark schwanken kann, was eine gezielte Dosierung erschwert.

Worum es in dieser Folge geht

Selen ist ein oft unterschätztes Spurenelement, obwohl es für viele zentrale Prozesse im Körper essenziell ist. In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Selenmangel in Mitteleuropa so häufig vorkommt, welche Funktionen es hat und weshalb gerade in Deutschland, Österreich und der Schweiz niedrige Werte keine Seltenheit sind.

Außerdem geht es um sinnvolle Diagnostik mit Serum, Vollblut und Selenoprotein P, um typische Symptome eines Mangels, den Zusammenhang mit Hashimoto, Stress und Schwermetallen wie Quecksilber sowie um praktische Fragen zur Supplementierung. Wir besprechen auch Paranüsse als natürliche Quelle, die Unterschiede zwischen Selenmethionin, Natriumselenit und Selenhefe sowie die Frage, worauf man bei Dosierung und möglicher Überdosierung achten sollte.

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