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Höhentraining ohne Berg: Was IHT & IHHT wirklich im Körper auslösen

Was intermittierendes Hypoxie-Training wirklich bringt, warum es wie kontrollierter Sauerstoffstress wirkt und für wen IHT oder IHHT sinnvoll sein kann.

51 Min.Folge 123
Cover der Episode „Höhentraining ohne Berg: Was IHT & IHHT wirklich im Körper auslösen"

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Die Folge in Kürze

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Diese Zusammenfassung wurde automatisch aus dem Transkript von Folge 123 per KI erstellt. Sie kann daher Fehler oder Unvollständigkeiten enthalten und ersetzt keine medizinische Beratung.

In dieser Folge erklären Mario und Max, was intermittierendes Hypoxie-Training (IHT) und intermittierendes Hypoxie-Hyperoxie-Training (IHHT) sind und welche Effekte sie im Körper auslösen. Sie erläutern die wissenschaftlichen Grundlagen, die dem Höhentraining aus dem Spitzensport nachempfunden sind, und diskutieren die molekularen Anpassungsprozesse. Dabei gehen sie auf die Unterschiede zwischen den Methoden, deren Anwendungsgebiete und potenzielle Risiken ein.

Key Takeaways

  • 01IHT und IHHT simulieren Höhentraining bei normalem Luftdruck, indem der Sauerstoffanteil in der Atemluft gezielt verändert wird. Bei IHT wechseln sich Phasen mit wenig und normalem Sauerstoff ab, bei IHHT folgt auf die Hypoxie eine Hyperoxie-Phase mit erhöhtem Sauerstoffanteil.
  • 02Ein zentraler Mechanismus ist die Aktivierung des "Hypoxia-Induced Factor 1-alpha" (HIF-1-alpha). Dieser molekulare Schalter löst im Körper Anpassungsreaktionen aus, wie die Bildung roter Blutkörperchen (über EPO) und neuer Blutgefäße (über VEGF).
  • 03Die Trainings führen zu einer Anpassung der Mitochondrien. Alte, ineffiziente Mitochondrien werden abgebaut (Mitophagie) und die Bildung neuer, leistungsfähigerer Mitochondrien wird angeregt. Dies kann die Energieproduktion und Sauerstoffnutzung der Zellen verbessern.
  • 04IHHT wird häufig bei älteren oder vorerkrankten Personen eingesetzt, da die Phase mit hohem Sauerstoffanteil die Erholung von der Hypoxie-Phase beschleunigt und den Körper weniger stark belastet. IHT ist eher im sportlichen Kontext verbreitet.
  • 05Die Dosis ist entscheidend. Während kontrolliertes Hypoxie-Training positive Reize setzt, ist eine chronische Hypoxie, wie bei einer unbehandelten Schlafapnoe, schädlich und führt zu massivem oxidativem Stress.
  • 06Die Effekte des Trainings sind bei gesunden Menschen subtiler als bei Personen mit Vorerkrankungen. In einer internen Studie mit gesunden Probanden konnten jedoch bereits nach kurzer Zeit positive Veränderungen bei der Mitochondrienfunktion und eine Reduktion von Entzündungsmarkern nachgewiesen werden.

Im Detail

IHT (Intermittierendes Hypoxie-Training) und IHHT (Intermittierendes Hypoxie-Hyperoxie-Training) sind Methoden, die Höhentraining simulieren. Statt den Luftdruck zu verändern, wird der Sauerstoffgehalt der Atemluft variiert. In zyklischen Phasen atmest Du durch eine Maske Luft mit wenig Sauerstoff (Hypoxie), gefolgt von Luft mit normalem (Normoxie bei IHT) oder erhöhtem Sauerstoffgehalt (Hyperoxie bei IHHT).

Der zentrale Mechanismus bei Sauerstoffmangel ist die Aktivierung des Transkriptionsfaktors HIF-1-alpha. Dieser stößt eine Kaskade von Anpassungen an: Er stimuliert die Produktion von EPO in der Niere, was zur Bildung von mehr roten Blutkörperchen führt, und fördert über VEGF die Entstehung neuer Blutgefäße. Beides verbessert langfristig den Sauerstofftransport und die Versorgung im Gewebe. Auch die Glukoseaufnahme der Zellen wird optimiert.

Der durch die Hypoxie gesetzte Stressreiz fördert die "Gesundheit" der Mitochondrien. Es wird ein Prozess namens Mitophagie ausgelöst, bei dem alte und schlecht funktionierende Mitochondrien abgebaut werden. Gleichzeitig wird über den Schalter PGC-1-alpha die Bildung neuer, effizienter Mitochondrien stimuliert. Das Ziel ist eine verbesserte Energieversorgung und eine effizientere Sauerstoffnutzung auf zellulärer Ebene.

Ursprünglich kommt die Methode aus dem Leistungssport, um die Ausdauerleistungsfähigkeit zu steigern (z.B. "Live High, Train Low"). In der Praxis wird IHT/IHHT heute oft in Reha-Einrichtungen eingesetzt, etwa bei Long-Covid-Patienten, um die mitochondriale Funktion zu verbessern. IHHT eignet sich besonders für ältere oder vorerkrankte Menschen, da die Hyperoxie-Phase die Erholung erleichtert und das System weniger stresst.

Die kontrollierte, kurzzeitige Hypoxie beim IHT ist ein gezielter Trainingsreiz. Dies ist nicht mit einer Schlafapnoe zu verwechseln, bei der unkontrollierte und häufige Sauerstoffabfälle über Jahre hinweg massiven oxidativen Stress verursachen und gesundheitsschädlich sind. Personen mit schweren Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen, starkem Blutmangel oder während einer Schwangerschaft sollten kein IHT/IHHT durchführen. Leichte Kopfschmerzen können eine Nebenwirkung sein, oft bedingt durch Dehydration.

Mario und Max testeten selbst ein IHT-Gerät über mehrere Wochen. Sie berichten, dass die subjektiven Effekte bei ihnen als gesunde Personen nicht überwältigend waren. Eine interne Studie mit gesunden Teilnehmern zeigte mittels Proteomanalyse jedoch bereits nach zehn Sitzungen messbare, wenn auch kleine, Verbesserungen der Mitochondrienfunktion und eine Reduktion von Entzündungsmarkern. Dies bestätigt, dass auch bei Gesunden physiologische Anpassungen stattfinden.

Was du konkret tun kannst

  • Konzentriere Dich während einer IHT/IHHT-Sitzung auf eine ruhige, normale Atmung und vermeide es, durch tiefere Atemzüge den Sauerstoffabfall zu kompensieren. Arbeite nicht nebenbei, um dem Körper die nötige Ruhe für die Anpassung zu geben.
  • Achte vor einer Sitzung darauf, ausreichend Flüssigkeit zu Dir zu nehmen. Eine gute Hydration kann helfen, Nebenwirkungen wie leichte Kopfschmerzen zu vermeiden.
  • Falls Du IHT/IHHT zur Leistungssteigerung nutzen möchtest, plane es in Blöcken von 4-8 Wochen (2-3 Sitzungen pro Woche) und lege danach eine mehrmonatige Pause ein, um dem Körper Zeit für die Regeneration und Anpassung zu geben.
  • Verwechsle den Trainingsreiz von IHT nicht mit den schädlichen Effekten einer Schlafapnoe. Solltest Du Anzeichen einer Schlafapnoe haben, suche ärztlichen Rat und versuche nicht, dies mit IHT zu "trainieren".

Erwähnt in dieser Folge

HIF-1-alpha (Hypoxia-Induced Factor 1-alpha)
Ein molekularer Schalter im Körper, der bei Sauerstoffmangel (Hypoxie) aktiviert wird und eine Reihe von zellulären Anpassungsprozessen startet.
EPO (Erythropoietin)
Ein Hormon, das hauptsächlich in der Niere produziert wird und die Bildung von roten Blutkörperchen im Knochenmark anregt. Seine Produktion wird durch HIF-1-alpha stimuliert.
VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor)
Ein Wachstumsfaktor, der die Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese) fördert, um die Durchblutung und Sauerstoffversorgung von Gewebe zu verbessern.
Mitophagie
Der gezielte Abbau von beschädigten oder alten Mitochondrien durch Autophagie, ein zellulärer "Recycling"-Prozess. IHT kann diesen Prozess anstoßen.
PGC-1-alpha
Ein zentraler Regulator, der die Neubildung von Mitochondrien (mitochondriale Biogenese) steuert.

Worum es in dieser Folge geht

IHT und IHHT klingen erstmal nach Biohacking: Maske auf, weniger Sauerstoff atmen, Mitochondrien trainieren. Aber dahinter steckt ein physiologisch ziemlich spannender Reiz.

In dieser Folge sprechen wir darüber, wie intermittierendes Hypoxie-Training funktioniert, was es von IHHT unterscheidet und warum dabei nicht nur rote Blutkörperchen, sondern auch HIF-1alpha, EPO, Mitochondrien, Mitophagie und Entzündungsprozesse eine Rolle spielen.

Außerdem geht es um Höhentraining im Sport, Long Covid, Reha-Settings, mögliche Risiken, Schlafapnoe als negatives Gegenbeispiel und die eigene kleine Proteomics-Studie mit 10 IHT-Sessions über 4 Wochen.

Erwähnte Links und Quellen

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